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Neuerscheinungen

„Auf dich wartet noch das Leben...“ - Erinnerungen aus Theresienstadt, Freiberg und Mauthausen

ISBN: 978-3-938275-66-5
Preis: 12.80 €

„Was macht die Welt, in der wir zu Hause sind?“

ISBN: 978-3-938275-67-2
Preis: 16.80 €

Der Grottenolm oder Gott auf dem Fahrrad

ISBN: 978-3-938275-75-7
Preis: 12.80 €

Deutschland und „seine“ Kroaten

ISBN: 978-3-938275-70-2
Preis: 14.80 €

Ich bereite mich aufs Vergessen vor: ich schreibe

ISBN: 978-3-938275-69-6
Preis: 12.00 €

Manegenstaub

ISBN: 978-3-938275-68-9
Preis: 12.00 €

Quellen der Angst – Fountains of Fear

ISBN: 978-3-938275-72-6
Preis: 8.00 €

Rabenzeit - Erzählung

ISBN: 978-3-938275-74-0
Preis: 12.80 €

Seid nett zueinander! - Heitere Geschichten vom Miteinander II

ISBN: 978-3-938275-73-3
Preis: 12.80 €

Wiedersehen in Berlin - Roman

ISBN: 978-3-938275-77-1
Preis: 12.80 €

Wir im Tier – Gedichte

ISBN: 978-3-938275-82-5
Preis: 14.80 €

Aktuelle Termine

Literatur in Borgfeld – 21
„Afrika den Afrikanern!“
Hans Paasches „Briefe über die Forschungsreise des
Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland“

Dienstag, 17. August 2010 -19.30 Uhr
Café Kaffeeklatsch
Borgfelder Heerstr. 41, 28357 Bremen.

Veranstalter: Café Kaffeeklatsch, Jacques´ Wein-Depot und Donat Verlag in Verbindung mit Hartwig Struckmeyer.
Musikalische Umrahmung: Ron Bremer, Gitarre

Vortrag, Lesung und Diskussion mit Hans Koschnick, Horst Breiter, Ken Babila, Helmut Donat und Hartwig Struckmeyer

Eine Veranstaltung im Rahmen der 2. Bremer Integrationswoche

Rosa Luxemburg, Carl von Ossietzky und Kurt Tucholsky schätzten ihn: den Marineoffizier und streitbaren Pazifisten, den Großwildjäger und Naturschützer, Lebensreformer und Afrikareisenden Hans Paasche, dessen außergewöhnlichem Leben rechtsradikal gesinnte Reichswehrsoldaten am 21. Mai 1920 ein Ende setzten.
Er wandte sich gegen Hurrapatriotismus, Krieg und Militarismus, engagierte sich für Völkerversöhnung, bezeichnete den Ersten Weltkrieg als eine „Schändung des Evangeliums“ und setzte sich für eine neue Welt mit den Worten ein: „Wer aber nicht auswandert aus seinem alten Menschen, der wird in keiner Steppe frei.“
Obwohl er seiner Generation um Meilen voraus war, ist sein Name nur noch wenigen vertraut. Die Themen, mit denen sich Paasche bereits vor vielen Jahrzehnten beschäftigt hat, sind jedoch aktuell geblieben, und seine Weitsicht fasziniert vor allem heute. Als Denker von beklemmender Modernität und „erster Grüner“ stellte er die angeblichen Errungenschaften der Zivilisation bloß, wandte sich gegen die Unterdrückung der Frau, geißelte den Massen- und verlogenen „Traumschiff“-Tourismus auf See, die Ausrottung von seltenen Vogelarten und forderte die Verringerung der Fangquoten für Robben. Der Bremer Historiker Karl Holl nennt Paasche einen der „gütigsten, menschlichsten Deutschen [des 20.] Jahrhunderts“. Während andere ihn als „einen Warner und Rufer in der Wüste“ bezeichnen, rühmte der Zukunftsforscher Robert Jungk Paasches Fähigkeit zu „unbeirrbarer scharfer Kritik und Selbstkritik; sein Mut, mit dem er wagte, sich gegen vorherrschende Meinungen zu wenden, hoben ihn aus der Menge der Anpasser und Mitmacher heraus“. Und mit Blick auf die deutsche Geschichte und die politischen Verformungen des deutschen Charakters bemerkte der Bremer Politiker Völker Kröning, dass Paasche „wie ein Edelstein ... in einem Trümmerhaufen aufblüht“.
Mit seinem Bericht über „Die Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland“ wandte er sich gegen den Kolonialismus und Zivilisationsdünkel der wilhelminischen Gesellschaft, doch weisen seine den „Lettres Persanes“ von Montesquieu nachempfundenen Briefe weit über das Kaiserreich hinaus. In ihrer zeitübergreifenden Anklage des Exportes europäischer Lebensformen, Sitten und Gebräuche sind sie von bleibender Aktualität.


Rikica-Radmila Šlozberg: „Auf dich wartet noch das Leben...“
Erinnerungen aus Theresienstadt, Freiberg und Mauthausen
Übersetzt aus dem Serbo-Kroatischen von Olga Gojkovič
Mit einem Geleitwort von Hans Koschnick

Freitag, 11. Juni 2010 – 19 Uhr
Kapitel 8 – Evangelisches Informationszentrum
Domsheide 8, 28195 Bremen

Begrüßung: Pastorin Jeannette Querfurth
Einführung: Hans Koschnick und Helmut Donat
Musikalische Umrahmung: Ron Bremer, Gitarre, und Igor Bararon, Gesang und Gitarrre

Margareta Steinrücke und Helmut Donat stellen das neue Buch vor.

Rikica-Radmila Šlozberg: „Auf dich wartet noch das Leben...“
Erinnerungen aus Theresienstadt, Freiberg und Mauthausen
Übersetzt aus dem Serbo-Kroatischen von Olga Gojkovič
Mit einem Geleitwort von Hans Koschnick
Donat Verlag, 96 Seiten, 1 Abbildung, Hardcover,
12.80 € – ISBN 978-3-938275-66-5

Igor Bararon, Filmemacher aus Sarajewo und
Enkel der Autorin, singt sephardische Lieder.

Um das Leben ihres Kindes zu retten, gibt Rikica-Radmila Šlozberg im September 1941 ihren knapp zweijährigen Sohn weg. Ihre jüdische Herkunft setzt sie und ihre Angehörigen der gna-denlosen Verfolgung der Nationalsozialisten sowie der serbischen und kroatischen Faschisten aus. Sie flieht von Belgrad über Nisch nach Wien, wo die Gestapo ihrer Identität beinahe auf die Spur kommt und sie in das KZ Theresienstadt verschleppt. Doch selbst die Erfahrung von Birkenau, Mauthausen und Freiberg, wohin man sie zur Zwangsarbeit abkommandiert, ver-mag ihre Zuversicht, dass ihr Kind auf sie wartet, nicht zu zerstören. Die Hoffnung auf das Wiedersehen hilft ihr, alle Widerwärtigkeiten, Krankheiten, Ängste, Nöte und Grausamkeiten zu ertragen. Ihr Schicksal zeigt, so Hans Koschnick in seinem Geleitwort, „dass es auch in schlimmen oder schlimmsten Zeiten vor allem darauf ankommt, das Wertvollste, was der Mensch hat, sein Leben und seine Hoffnung, nie aufzugeben und weiter an sich zu glauben.“

Rikica-Radmila Šlozberg (1920-2002) entstammte einer aus Toledo 1492 vertriebenen se-phardischen Familie, wuchs zunächst in Sarajewo und Belgrad auf und arbeitete als Sozialarbeiterin. Seit 1945 wieder in Belgrad, lebte sie ab 1947 mit ihrem Sohn einige Jahre in Israel. Danach war sie als Sekretärin und Bibliothekarin der jüdischen Gemeinde in Sarajewo tätig, des weiteren als Sozialarbeiterin sowie als Übersetzerin für mehrere Sprachen. Infolge der jugoslawischen Sezessionskriege Anfang der 1990er Jahre ging sie in die Schweiz, wo sie in einem jüdischen Altersheim am Genfer See gestorben ist.

Veranstaltet im Rahmen der „Bremer Buchpremiere“ von der Stadtbibliothek, dem Literaturkontor, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, dem Evangelischen Informationszentrum „Kapitel 8“ und dem Donat Verlag

Schiller, Ulrich

Deutschland und „seine“ Kroaten

Vom Ustaša-Faschismus zu Tudjmans Nationalismus
Mit einem Vorwort von Hans Koschnick

Der Zufall führte Ulrich Schiller 1953 in das Haus eines serbischen Studenten in der Herzegowina – und vieles nahm hier seinen Anfang. Später kehrte er in die Region zurück, als ARD-Korrespondent in Belgrad, doch wichtiger: fortan hat er sich mit der Geschichte und Entwicklung der Konflikte auf dem Balkan, insbesondere des serbisch-kroatischen Konflikts, beschäftigt, auch wenn er längst in anderen Ländern arbeitete.
Die Mutter seines serbischen Austauschpartners war in Jasenovac, dem „Auschwitz des Balkans“, von kroatischen Faschisten, den Ustaša, ermordet worden. „War ich, ehemaliger deutscher Soldat, mitverantwortlich am Tode der Mutter meines Freundes?“ – fragte sich Schiller. Und: Warum ist der kroatische Genozid an den Serben – und den Juden und den Roma – der deutschen Öffentlichkeit so wenig bewusst? Wie war es möglich, dass kroatische Kriegsverbrecher in Scharen nach Südamerika entkamen und weiter wirkten? Eine schlimme Komplizenschaft offenbarte sich: der virulente Nationalismus, dessen sich Hitler 1941 in kaltem Machtkalkül in Kroatien bediente, ist von Teilen des katholischen Klerus und des Vatikans in die Diaspora getragen worden, und das auch in der Bundesrepublik Deutschland. Im Exil agierten radikale und nationalistische Kreise, die zusammen mit den Fliehkräften im Innern an der Existenz Jugoslawiens rüttelten. An der Behandlung der Serben in der Krajina unter dem neuen Präsidenten des unabhängigen Kroatiens, Franjo Tudjman, entschied sich der Beginn der jugoslawischen Sezessionskriege. Die große Balkantragödie der 1990er Jahre nahm ihren Lauf. Grausamkeit bestimmte den Krieg vom ersten Tag an und die Brutalität, mit der Serbien unter Miloševi sofort auf Kroatien einschlug, beseitigte vor allem in der deutschen Öffentlichkeit jeden Zweifel, wer hier die Bösen waren – und warum man die Guten, die Kroaten, durch internationale Anerkennung beschützen müsse. Aber da war noch Bosnien und die bosnischen Probleme ließen sich mit dem „kroatischen Rezept“ nicht meistern. Viele wussten das und fürchteten ein bosnisches „Finale“ wie das Armageddon; die Freunde und Förderer Tudjmans in Bonn allerdings zeigten sich von allen Warnungen unbeeindruckt.
Was übrig blieb vom ehemaligen Jugoslawien, ist heute in unfertigen Nachfolgestaaten zu besichtigen. Wir aber, die Deutschen, seit 1941 mitverantwortlich an den Geschehnissen auf dem Balkan, sollten – so folgert Ulrich Schiller – mit allen Kräften versuchen, dort zu helfen, wo wir selbst, freilich auch unter Schmerzen, das meiste geleistet haben: im ehrlichen Umgang mit der Vergangenheit.
Ein glänzend geschriebenes Buch, das dem Leser ein wichtiges Stück Europas als geschichtliche Erfahrung und bleibende Aufgabe vor Augen führt.

228 Seiten, 1 Karte, Hardcover

 

Deutschland und „seine“ Kroaten
ISBN: 978-3-938275-70-2
Preis: 14.80 €

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