Rikica-Radmila Šlozberg: „Auf dich wartet noch das Leben...“
Erinnerungen aus Theresienstadt, Freiberg und Mauthausen
Übersetzt aus dem Serbo-Kroatischen von Olga Gojkovič
Mit einem Geleitwort von Hans Koschnick
Freitag, 11. Juni 2010 – 19 Uhr
Kapitel 8 – Evangelisches Informationszentrum
Domsheide 8, 28195 Bremen
Begrüßung: Pastorin Jeannette Querfurth
Einführung: Hans Koschnick und Helmut Donat
Musikalische Umrahmung: Ron Bremer, Gitarre, und Igor Bararon, Gesang und Gitarrre
Margareta Steinrücke und Helmut Donat stellen das neue Buch vor.
Rikica-Radmila Šlozberg: „Auf dich wartet noch das Leben...“
Erinnerungen aus Theresienstadt, Freiberg und Mauthausen
Übersetzt aus dem Serbo-Kroatischen von Olga Gojkovič
Mit einem Geleitwort von Hans Koschnick
Donat Verlag, 96 Seiten, 1 Abbildung, Hardcover,
12.80 € – ISBN 978-3-938275-66-5
Igor Bararon, Filmemacher aus Sarajewo und
Enkel der Autorin, singt sephardische Lieder.
Um das Leben ihres Kindes zu retten, gibt Rikica-Radmila Šlozberg im September 1941 ihren knapp zweijährigen Sohn weg. Ihre jüdische Herkunft setzt sie und ihre Angehörigen der gna-denlosen Verfolgung der Nationalsozialisten sowie der serbischen und kroatischen Faschisten aus. Sie flieht von Belgrad über Nisch nach Wien, wo die Gestapo ihrer Identität beinahe auf die Spur kommt und sie in das KZ Theresienstadt verschleppt. Doch selbst die Erfahrung von Birkenau, Mauthausen und Freiberg, wohin man sie zur Zwangsarbeit abkommandiert, ver-mag ihre Zuversicht, dass ihr Kind auf sie wartet, nicht zu zerstören. Die Hoffnung auf das Wiedersehen hilft ihr, alle Widerwärtigkeiten, Krankheiten, Ängste, Nöte und Grausamkeiten zu ertragen. Ihr Schicksal zeigt, so Hans Koschnick in seinem Geleitwort, „dass es auch in schlimmen oder schlimmsten Zeiten vor allem darauf ankommt, das Wertvollste, was der Mensch hat, sein Leben und seine Hoffnung, nie aufzugeben und weiter an sich zu glauben.“
Rikica-Radmila Šlozberg (1920-2002) entstammte einer aus Toledo 1492 vertriebenen se-phardischen Familie, wuchs zunächst in Sarajewo und Belgrad auf und arbeitete als Sozialarbeiterin. Seit 1945 wieder in Belgrad, lebte sie ab 1947 mit ihrem Sohn einige Jahre in Israel. Danach war sie als Sekretärin und Bibliothekarin der jüdischen Gemeinde in Sarajewo tätig, des weiteren als Sozialarbeiterin sowie als Übersetzerin für mehrere Sprachen. Infolge der jugoslawischen Sezessionskriege Anfang der 1990er Jahre ging sie in die Schweiz, wo sie in einem jüdischen Altersheim am Genfer See gestorben ist.
Veranstaltet im Rahmen der „Bremer Buchpremiere“ von der Stadtbibliothek, dem Literaturkontor, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, dem Evangelischen Informationszentrum „Kapitel 8“ und dem Donat Verlag