Historiker, Aufklärer, Vorbild
Mit Beiträgen von und über Manfred Messerschmidt
Im Auftrag der Bundesvereinigung
Opfer der NS-Militärjustiz e.V.
(= Schriftenreihe Geschichte & Frieden, Bd. 56)
Manfred Messerschmidt, Nestor kritischer Militärgeschichtsschreibung, hat Zeitgeschichte geschrieben. Als „Leitender Historiker“ des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes widerlegte er, dabei von zumeist jungen Kollegen unterstützt und zum Entsetzen großer Teile der Nachkriegseliten die weit verbreitete Legende von der „sauberen Wehrmacht“. Tatsächlich führte sie als „stählernder Garant des NS-Systems“ einen brutalen Krieg, den er als „kriminelles Ereignis“ kennzeichnete. Durch seine Publikationen, Vorträge und Gutachten, sein beharrliches, zielstrebiges und lauteres Auftreten gab er den Deutschen die Chance, sich mit ihrer von Gewalt, Verbrechen und Holocaust geprägten Geschichte aufrichtig und anständig auseinanderzusetzen.
Herausragend auch seine klaren Urteile über die mörderische Militärjustiz der NS-Zeit sowie sein nie versiegendes Engagement für deren Opfer. Wichtige Arbeiten aus seinem Schaffensprozess offenbaren seine bleibende Aktualität. Wolfram Wette charakterisiert ihn in seinem Porträt als einen herausragenden Historiker und großen Menschen. In welchem Maße Messerschmidt ungeachtet seines 100. Geburtstages nach wie vor präsent ist, führen die Beiträge von nahezu 30 AutorInnen vor Augen, indem sie sein beeindruckendes und weitgespanntes Wirken und Nachwirken beleuchten – und dabei Überraschendes und Erstaunliches zu Tage fördern (unter ihnen Detlef Bald, Wolfgang Benz, Hans-Ernst Böttcher, Herta Däubler-Gmelin, Ralph Giordano, Norbert Haase, Jakob Knab, Helmut Kramer, Kerstin von Lingen, Walter Manoschek, Ingo Müller, Christian Streit, Volker Ullrich, Hans-Jochen Vogel).
336 Seiten, 73 Abbildungen, Hardcover